Praxisbeispiel Blacktenbrücke Bauma ZH

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IVS-Objekt ZH 9343 im IVS-GIS

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Die instand gestellte Blacktenbrücke mit halbversenkter Fahrbahn (Foto: J. Zurschmiede, Basler & Hofmann)

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Fahrbahnplatte der instand gestellten Brücke (Foto: J. Zurschmiede, Basler & Hofmann)

IVS-Objekt: ZH 9343

Bedeutung nach NHG: regional, mit viel Substanz

Das Objekt im IVS-GIS ansehen.

Die Blacktenbrücke bei Bauma, eine offene Stahlfachwerkbrücke von 23 Metern Länge und 4.3 Metern Breite, wurde im Jahr 1895 von der Firma A. Bosshard aus Näfels erbaut. Sie markiert eine wesentliche Etappe in der Entwicklung des Stahlbaus und gilt als eine der ersten standardisiert eingesetzten Stahlbrückenkonstruktionen. Die Brücke verbindet die Tösstalstrasse mit den Siedlungen Blacketen, Tüfenbach und Akau. Heute dient die Brücke dem Fuss- und Veloverkehr sowie der Landwirtschaft. Die detaillierte Geschichte des Weges kann im IVS-Streckenbeschrieb ZH 9343 nachgelesen werden.

Grössere Schäden an der Stahltragkonstruktion und der Fahrbahnplatte führten dazu, dass die Tragsicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte und die Brücke im April 2008 für den motorisierten Verkehr gesperrt werden musste. Von Dezember 2011 bis Juli 2012 wurde die Brücke unter Rücksichtnahme auf die historische Substanz umfassend instand gestellt.

Ausführung: 2011–2012
Instandstellungskosten: 620‘000.–

 

Instandstellung von Stahlfachwerk

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Stark korrodierte Endquerträger (Foto: F. Bieri, Basler & Hofmann)

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Abplatzungen an der Fahrbahnplatte durch Bewehrungskorrosion (Foto: P. Bachmann, Ingenieurbüro Bachmann)

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Abtransport der Brücke: Die Stahlbauarbeiten erfolgten wegen Hochwassergefährdung im Werk (Foto: M. Stromer, IVS-Fachstelle Kanton Zürich)

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Instandgestelltes Widerlager mit Endquerträger (Foto: J. Zurschmiede, Basler & Hofmann)

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Nieten kennzeichnen die alten, Stahlbauschrauben die erneuerten Bauteile (Foto: J. Zurschmiede, Basler & Hofmann)

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Quer- und Windverbände an der Brückenunterseite (Foto: J. Zurschmiede, Basler & Hofmann)

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Die parallelgurtigen Fachwerksträger nach vollendeter Instandstellung (Foto: J. Zurschmiede, Basler & Hofmann)

Während die beiden parallelgurtigen Fachwerksträger nur punktuelle Schäden aufwiesen, zeigten die Querverbände – insbesondere die Endquerträger – starke Korrosionserscheinungen. Das Ausmass der Korrosion an den Endquerträgern lässt sich auf undichte Fugenübergänge an den Enden der Fahrbahnplatte zurückführen.

Bei der Instandstellung wurden die durch Korrosion stark geschädigten Stahlprofile durch neue Stahlbauteile gleicher Dimensionierung ersetzt. Die Stahlfachwerkskonstruktion konnte so praktisch unverändert erhalten werden. Einzig die Verbindung der einzelnen Stahlprofile erfolgte nicht wie beim historischen Vorbild mittels Nieten sondern durch vorgespannte hochfeste Stahlbauschrauben. Diese Entscheidung wurde getroffen, da die Technik des traditionellen Nietens praktisch nicht mehr verfügbar ist. Die Verwendung von Stahlbauschrauben hat zudem den Vorteil, dass sich die ursprüngliche Substanz und die erneuerten Stahlbauteile unterscheiden lassen. Zum Abschluss der Stahlbauarbeiten wurde der Korrosionsschutz der gesamten Stahlkonstruktion erneuert.

 

Grenzen der Übertragbarkeit

Das Objekt stammt aus dem Jahre 1895 und weist für die Epoche und den Standort typische Baumerkmale auf. Beim Übertragen der Baumethoden auf andere Projekte ist stets dem regionalen und historischen Kontext Rechnung zu tragen.

Kontaktadressen

  • Projektleitung und Ingenieursleistungen: Ingenieurbüro P. Bachmann, Beratendes Büro sia, usic für Hoch-/Tiefbau und Bauwerkserhaltung, Renggerstrasse 3, 8038 Zürich, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • IVS-Fachstelle des Kantons Zürich: siehe Adressliste

Quellen

Ingenieurbüro P. Bachmann, 2011: Blacktenbrücke über die Töss. Technischer Bericht mit Fotodokumentation. Zürich.