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IVS-Newsletter 01 / 2023
Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz IVS
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Inhalt:
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IVS-Fachexkursion 2023
Historische Brücken und Mauern in Freiburg
Freiburg mit seiner malerischen Altstadt blickt auf ein reiches kulturhistorisches Erbe. Mittelalterliche Gassen, überwältigende gotische Fassaden, prächtige Kirchen und eine aussergewöhnliche Vielfalt historischer Brunnen, Mauern und Brücken prägen die Kantonshauptstadt an der Saane. Hier fand Anfang Mai 2023 die traditionelle Fachexkursion des IVS statt. Gastgeber Frédéric Arnaud, Leiter der IVS-Fachstelle des Kantons Freiburg, informierte die 35 interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die vielfältigen Herausforderungen und Aktivitäten seines Kantons für Schutz und Erhaltung der historischen Verkehrswege.
Die Stadt Freiburg bietet besten Anschauungsunterricht für dieses Wirken. Bei einem Stadtrundgang setzte die Fachexkursion bei zwei besonders markanten IVS-Objekten von nationaler Bedeutung einen Schwerpunkt – bei der Route des Neigles und bei der jüngst instandgesetzten Pont de Saint-Jean. Die Fachexkursion wurde von den Teilnehmenden als Möglichkeit zur Pflege des IVS-Netzwerks und fachlichen Austauschs sehr geschätzt. Dies wiederum bekräftigt die IVS-Fachstelle darin, solche Anlässe weiterhin regelmässig zu organisieren. Lesen Sie den ganzen Bericht auf unserer Webseite.
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«Generationenwechsel» beim IVS-Team des Bundesamts für Strassen
Seit Juni 2023 arbeitet Ulrike Marx als Fachspezialistin historische Verkehrswege beim ASTRA. Sie löst per 1. Juli 2023 Hans Peter Kistler ab, der pensioniert wird, sich aber noch bis Ende Jahr mit einem Teilzeitpensum für die historischen Verkehrswege engagiert, um seine über 20jährige Erfahrung weiterzugeben. Ulrike Marx ist bei der IVS-Fachstelle des Bundes v.a. für die Finanzhilfen für Erhaltungsprojekte verantwortlich. Zudem unterstützt sie Erika Flückiger Strebel bei der Nachführung des IVS (vgl. Beitrag in diesem Newsletter).

Für ihre neue Funktion bringt Ulrike Marx beste Voraussetzungen mit. Nach ihrem Studium der Forstwissenschaft und Waldökologie und des Nachhaltigen Tourismusmanagements weckte ihre erste Arbeitsstelle in Irland die Begeisterung für alte Wege in den dortigen Mourne Mountains. Seit 2010 lebt die aus Weimar stammende Ulrike mit ihrer Familie in Bern. Während dieser Zeit war sie für ViaStoria, die Schweizer Wanderwege und beim Amt für Wald und Naturgefahren des Kantons Bern tätig. Die Verbindung von Infrastruktur, Tourismus und Langsamverkehr behält sie stets im Blick, wie mit zwischenzeitlichen Aufgaben bei der UNESCO-Organisation World Heritage Experience Switzerland oder beim Netzwerk Schweizer Pärke. Mit ihrer neuen Aufgabe beim ASTRA eröffnet sich für Ulrike ein spannender Weg, auf dem sie ihre Erfahrungen in dem Bereich, der ihr am Herzen liegt, weiter einbringen kann.
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Nachführung des IVS-Bundesinventars
Im Rahmen der Fachexkursion 2023 informierte Erika Flückiger Strebel, IVS-Fachexpertin beim ASTRA und Verantwortliche für das Nachführungsprojekt des IVS-Bundesinventars, über den Stand der Arbeiten. Mit der gesetzlich geforderten Überprüfung des Bundesinventars müssen bis spätestens 2035 identifizierte Schwachstellen am bestehenden Inventar bereinigt, erkannte Lücken geschlossen und die Anwendbarkeit im Vollzug verbessert werden.
Die 2022 begonnenen Nachführungsarbeiten befinden sich am Ende der Initialisierungsphase, in der zum einen die Ziele und Rahmenbedingungen geklärt, zum andern ein Entwurf für ein Daten- und Geodatenmodell und die Anforderungen an ein GIS-basiertes Erfassungstool für die Inventarisierungsarbeiten erstellt werden. Zudem prüft ein laufendes Pilotprojekt die Möglichkeiten zur Digitalisierung der IVS-Geländekarte. In der Konzeptphase des Projekts sollen im kommenden Jahr anhand von IVS-Teststrecken die IT-technischen und methodischen Grundlagen der Inventarisierung entwickelt und getestet werden. Dabei wird auch geprüft, ob und in welchem Umfang Kunstbauten (besonders Brücken) als Einzelobjekte sowie Strassenabschnitte des 20. Jahrhunderts von verkehrshistorischer Bedeutung ins Bundesinventar aufgenommen werden sollen. Für die Nachführung evaluiert das ASTRA voraussichtlich 2025 mit einer offenen WTO-Ausschreibung geeignete Dienstleister. Ab 2026 sollen mit fachlicher Unterstützung durch die kantonalen Behörden die Inventarisierungsarbeiten erfolgen.

Die Nachführung des Bundesinventars mit seinen rund 3000 Objektbeschrieben ist für eine kleine Fachorganisation wie die IVS-Fachstelle beim ASTRA eine Herkulesaufgabe. Das «alte» IVS-Geoinformationssystem, das aus einer Inventar- und einer Geländekarte besteht – beide mit Lücken und fehlerhaften Einträgen –, muss in eine georeferenzierte IVS-Datenbank zur Ablage aller Texte, Bilder und Geodateninformationen überführt werden. Federführung bei den Nachführungsarbeiten hat das ASTRA, das für die Realisierung mit verschiedenen Fachexpertinnen und -Experten und vor allem auch mit den Kantonen zusammenarbeiten wird. Dies stellt eine gute Verankerung des IVS bei den Nutzerinnen und Nutzern sicher. Und es eröffnet den Kantonen die Chance, bei Interesse ihre regionalen und lokalen IVS-Wege und -Objekte mit moderaten Ressourcen in eine moderne, georeferenzierte IVS-Datenbank zu überführen.
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