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IVS-Newsletter 02 / 2016
Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz IVS
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Inhalt:
- Im Gotthardfieber: SRF-Beitrag über die Piottinoschlucht und das IVS
- Fachexkursionen für Vernetzung und Wissensaustausch
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Im Gotthardfieber: SRF-Beitrag über die Piottinoschlucht und das IVS
Aus Anlass der Einweihung des Gotthard-Basistunnels präsentierte das Schweizer Fernsehen in einer dreiwöchigen Sonderausgabe der Sendung „Schweiz Aktuell“ die Verkehrs- und Kulturlandschaft Gotthard und die Geschichte der Transitverbindungen und Verkehrsmittel. Die Sendung vom 21. Juli 2016 widmete sich unter anderem dem IVS-Projekt in der Piottinoschlucht und ein paar grundsätzlichen Aspekten der historischen Verkehrswege, wozu auch Hans Peter Kistler, IVS-Fachverantwortlicher beim ASTRA befragt wurde.
Die Sendung kann online unter folgenden Links abgerufen werden:
www.srf.ch/sendungen/schweiz-aktuell/tag-4-maultiertaxi-fuer-die-verletzte
www.srf.ch/sendungen/schweiz-aktuell/historische-gotthardstrassen-welche-epoche-muss-man-schuetzen.
Die gesamte Serie zum Gotthard, in welcher eine Vielzahl historischer Verkehrswege dokumentiert wird, kann unter www.srf.ch/shop/fernsehen/information bestellt werden.
Die Piottinoschlucht lässt tief in die Verkehrsgeschichte blicken
Die Piottinoschlucht zwischen Ambri und Faido stellt eine besondere Herausforderung für den Verkehr dar. Die Säumer mussten einen grossen Umweg über den Monte Piottino machen, bis 1560 die Strada Urana spektakulär mitten durch die Schlucht gebaut und rund 250 Jahre später zur Gotthard-Kutschenstrasse (Strada Cantonale) ausgebaut wurde. Für die Gotthardbahn wurden in den 1870er Jahren zwei Kehrtunnel in den Berg getrieben, für die «neue Kantonsstrasse» um 1935 ein Tunnel in die Felsen gesprengt und für die Autobahn ein Viadukt in luftiger Höhe erbaut (1982/83).
Die kühne Anlage der Strada Urana und der Kutschenstrasse erregt noch heute Aufsehen. Ihre exponierte Lage am wilden Fluss Ticino und häufiger Steinschlag machten regelmässig Reparaturen notwendig. Auch im 20. Jahrhundert wurde das Bauwerk mehrmals instandgestellt, wodurch eine Vielfalt unterschiedlicher Mauergenerationen und Bautechniken entstand.
Abbildungen: Die unterschiedlichen Weggenerationen sind in der Piottinoschlucht gut ersichtlich: die Gotthard-Kutschenstrasse (1819) mit der 1992 erneuerten Brüstungsmauer (oben und unten) und Tunnelöffnungen der „neuen Kantonsstrasse“ von 1935 (unten) (Fotos: Basler & Hofmann)
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Das aktuelle IVS-Projekt in der Piottinoschlucht: Abwägung von Instandstellungsvarianten
Im Mai 2013 riss der Fluss Ticino nahe beim südlichen Ausgang der Schlucht ein Stück Mauer der Strada Cantonale aus dem Jahr 1819 weg, wodurch die alte Strada Urana aus dem 16. Jahrhundert wieder zum Vorschein kam (zum Streckenbeschreib hier klicken). Als Sofortmassnahme wurden die weggespülten Granitquader der Basismauer mit Beton ersetzt.
Mit Blick auf die langfristige Instandstellung des abgestürzten Abschnittes wurde diskutiert, welche Strassengeneration sichtbar bleiben soll: die Strada Urana (1560) oder die Strada Cantonale (1819).
Schliesslich wurde die Wiederherstellung der Strada Cantonale als Bestvariante gewählt. Ein Sichern der Strada Urana und eine Überbrückung der entstandenen Lücke mit einem modernen Brückenelement wurde aus bautechnischen und geomorphologischen, denkmalpflegerischen und finanziellen Aspekten verworfen. Die gewählte Lösung bewahrt die optimale Begehbarkeit und stabilisiert den Strassenkörper. Nach einer archäologischen Bestandesaufnahme wird die Strada Urana wieder zugedeckt aber konserviert. Die Instandstellung wird in den nächsten Monaten angegangen.
Abbildung: Nach dem Einsturz der alten Kantonsstrasse wird die Strada Urana sichtbar. Sie ist als Mauer in der Mauer links von der blauen Plastikplane zu erkennen. (Foto: Basler & Hofmann)
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Fachexkursionen für Vernetzung und Wissensaustausch
Das ASTRA bietet den kantonalen IVS-Fachstellen und weiteren Fachpersonen attraktive Exkursionen an. Dabei stehen das Lernen am Objekt sowie der Austausch untereinander im Zentrum.
Am 27. April fand die erste halbtägige Fachexkursion in Schwarzenburg statt. In Absprache mit dem Kanton Bern wurde der Hohlweg „Torenöli“ (BE 56.1.1) in der historisch bedeutenden Grenzlandschaft an der Sense besichtigt. Der spektakuläre, gepflästerte Hohlweg Torenöli wurde im Jahr 2014 instandgestellt.
Bereits Mitte September 2016 folgt eine weitere Veranstaltung im Naturpark Chasseral. Sie ist der von Viehtriebwegen geprägten Region am „Col de la Vue des Alpes“ gewidmet.
Abbildung: Die Teilnehmenden in der Torenöli, welche Schwarzenburg BE mit Heitenried FR verbindet (Foto: Basler & Hofmann)
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