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MitteilungVeröffentlicht am 15. Januar 2026

Fluhweg SZ

IVS-Objekt: SZ 604
Nationale Bedeutung, historischer Verlauf mit viel Substanz
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Historischer Fluhweg mit neuem Halt

Der «Fluhweg» verbindet die Gemeinde Illgau mit dem Talboden des Muotatals und überwindet dabei eine steile Stufe am nördlichen Talrand. Erstmals wird der Weg in seiner heutigen Form 1554 belegt, wann genau er entstanden ist, lässt sich jedoch nicht nachweisen. Klar ist, dass er bereits vorher (bis 1394) als Kirchweg nach Muotathal/Wil genutzt wurde.

Der Weg lässt sich in zwei Abschnitte aufteilen: einen tiefergelegenen Bereich mit zwei markanten Serpentinen, die durch das Steilgelände führen, und einen höher gelegenen Bereich, der unterhalb eines Felsbandes fast eben verläuft und schliesslich auf die Terrasse von Illgau einbiegt.

Während im unteren Abschnitt Trockenmauern den Hang abstützen, war im oberen Bereich einst eine talseitige Brüstungsmauer vorhanden, die später durch ein Geländer ersetzt wurde.

Seit dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wird der Fluhweg vor allem noch als Wanderweg genutzt. Mit dem Ausbau einer Erschliessungsstrasse für Autos und der Errichtung der Luftseilbahn Ried-Illgau verlor er für Verkehrszwecke an Bedeutung. Infolgedessen geriet auch der Unterhalt des Fluhwegs ins Hintertreffen, was mit der Zeit zu diversen Mängeln führte.

Was die Instandsetzung des Weges zudem noch einmal wichtiger werden liess, war der Einbau einer Abwasserleitung. Nach deren Verlegung war das ursprüngliche Pflasterbild kaum noch zu erkennen. Und auch die Trockenmauern waren instabil oder teilweise eingestürzt. Das Geländer im oberen Abschnitt war nicht mehr standsicher, und die Wegoberflächen wurden uneben und durch angesammeltes Geröll mit der Zeit schlecht zu begehen.

Zwischen 2021 und 2024 wurde der Weg umfassend instandgesetzt. Die Arbeiten umfassten unter anderem den Abbruch und Wiederaufbau der unteren und mittleren Stützmauern in traditioneller Trockenmauertechnik aus lokalem Kalkstein. Auf Beton oder Mörtel konnte verzichtet werden, was in Kombination mit der Benutzung des umliegenden Steinwerkes zum Wiederaufbau des ursprünglichen Mauerbildes beigetragen hat. Zudem sichert ein neues Geländer heute den oberen Wegverlauf.

Dank der sorgfältigen Restaurierung bleibt der Fluhweg als bedeutendes Zeugnis des historischen Verkehrwegsnetzes erhalten. Sowohl für Wandernde als auch als kulturelles Erbe für die Schweiz.