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MitteilungVeröffentlicht am 15. Januar 2026

Suworowbrücke Schwyz SZ

IVS-Objekt: SZ 25.3.11
Bedeutung nach NHG: regional, mit viel Substanz
Das Objekt im IVS-GIS ansehen.

Das Sprengwerk vor der Erneuerung
Das vollständig erneuerte Sprengwerk
Die instand gestellte Suworowbrücke über die Muota
Erneuerte seitliche Holzverschalung
Neues Betonauflager des Sprengwerkes ins Blocksteinfundament eingesetzt, verstärkt mit Mikropfählen
Verfaultes Sprengwerkauflager

Die Suworowbrücke befindet sich auf der 1770 errichteten «alten Landstrasse» von Schwyz über Ibach nach Muotathal. Ursprünglich wurde die Muota 30 Meter oberhalb des Standortes der Suworowbrücke von der «Steinig Brügg» überquert. Im Jahr 1799 wurde die Steinig Brügg während des Franzoseneinfalls in die Schweiz stark in Mittleidenschaft gezogen, so dass 1810 als Ersatz eine gedeckte Holzbrücke von 20 Meter Länge und fünf Meter Breite erbaut wurde. Diese hiess fortan Suworowbrücke in Erinnerung an den russischen General, der elf Jahre zuvor, von den Franzosen verfolgt, ins Muotathal fliehen musste. Die detaillierte Geschichte der Verbindung Schwyz–Muotathal kann im IVS-Streckenbeschrieb SZ 25 nachgelesen werden.

Die Suworowbrücke ist für den Langsamverkehr sowie für Landwirtschafts- und Forstfahrzeuge zugelassen. Nachdem im Jahr 2009 stark verfaulte Holzbauteile entdeckt worden waren, musste die Brücke vorübergehend für jeglichen Verkehr gesperrt werden. Von 2010 bis 2011 wurde die Brücke umfassend instand gestellt und das Sprengwerk unter der Brücke erneuert, so dass sie nun wieder voll nutzbar ist.

Ausführung: 2010–2011
Instandstellungskosten: 860‘000.–

Instandstellung des Holz-Sprengwerks

Auf Grund stark verfaulter Holzbauteile des Spreng- und Hängewerks waren statisch bedingte Instandstellungsmassnahmen notwendig. Ziel war es, die Tragsicherheit für Fahrzeuge bis zehn Tonnen Gesamtgewicht zu gewährleisten, ohne wesentlich vom ursprünglichen Konstruktionsprinzip abzuweichen.

Das originale Hängewerk wurde – abgesehen von punktuellen Erneuerungen – unverändert belassen, da die Hauptlasten über das Sprengwerk abgeleitet werden. Das Sprengwerk musste vollständig erneuert werden und weist gegenüber dem historischen Vorbild einige Anpassungen auf. Zur Lagerung des Sprengwerks wurden Betonauflager in das Blocksteinfundament der Brücke eingesetzt. Mikropfähle leiten die einwirkenden Kräfte über das Fundament in den Untergrund. Neue Streifenfundamente aus Beton gewährleisten das Auflager des Hängewerks und verhindern ein erneutes Faulen der Holzkonstruktion.

Im Zuge der Instandstellung wurden zudem der Holzfahrbahnbelag, die seitliche Holzverschalung und die Biberschwanzdacheindeckung erneuert. Es wurden hierbei die gleichen Materialien genutzt, welche auch im Originalzustand verbaut worden waren. Das optische Erscheinungsbild konnte somit erhalten werden.

Grenzen der Übertragbarkeit

Das Objekt stammt aus dem Jahre 1810 und weist für die Epoche und den Standort typische Baumerkmale auf. Beim Übertragen der Baumethoden auf andere Projekte ist stets dem regionalen und historischen Kontext Rechnung zu tragen.

Kontaktadressen

Quellen

  • Schmid, Christoph, 2010: Sanierung und Instandstellung Suworowbrücke. Sanierungs- und Instandstellungsmassnahmen. Gemeinde Schwyz. Schwyz.
  • Pirmin Jung Ingenieure für Holzbau AG, 2010: Situationsplan, Erneuerungen Tragwerk, Erneuerungen Verkleidung. Rain.